"Elf vom Dörp" e.V. 1929 Große Karnevalsgesellschaft

Große Karnevals-Gesellschaft "Elf vom Dörp" e.V. 1929

Düsseldorf-Unterrath

 

Helau vor 88 Jahren..................!!!

 

Am 11. Februar im Jahre 1929, es war Rosenmontag und das Motto in dieser Session lautete „Karidaz“ oder „Die Karikatur der Zeit“. Das närrische Zepter in der Landeshauptstadt wurde von seiner Tollität  „Prinz Toni I.“ und  „Venetia Carla“ geschwungen (Toni Bors und Carla Abeling).

 

Zeitgleich beschlossen in Unterrath Fritz Pütz, Hännes Löcker, Heinrich Stratmann, Alfred Schäfer, Josef Hoster, Josef Stratmann und Heinrich Lichtschlag eine Karnevalsgesellschaft zu gründen.

 

Diese Gründung erfolgte im Lokal „Am Röttchen“. Unterrath war damals noch eine Gemeinde mit stark dörflichem Einschlag und so lag es nahe dem Verein den Namen „Elf vom Dörp“ zu geben.

 

Der wegen seines Humors bekannte Fritz Pütz wurde zum Präsidenten ernannt.

Bereits in der Session 1930 nahm man mit Stolz mit einem selbstgebauten Wagen am Rosenmontagszug teil.

 

Hierzu hatten die Mitglieder eine riesige Rakete gebaut, mit der man bereits am Karnevalssonntag durch Unterrath zog. Mit diesem Umzug stellte man sich gleichzeitig den Unterrather Bürgern zum ersten Mal vor.

 

Als Bekleidung des Elferates wählten die Herren den schwarzen Anzug weißes Hemd mit Stehkragen, schwarze Schleife, Chrysantheme im Knopfloch und eine bunte Narrenkappe mit Fasanenfedern.

 

Bei der Prinzenkürung im Jahre 1935, im Maltäser-Bräu, wurde die Gesellschaft der damaligen „Venetia Anne“ (Anne Kruchen) vorgestellt. Die Prinzessin Venetia war von der Gesellschaft so angetan und begeistert, dass sie sich bewogen fühlte als Zeichen ihrer Gunst und für besondere Verdienste im Düsseldorfer Karneval, der Gesellschaft allerhöchst den Titel „Große Karnevals-Gesellschaft“ zu verleihen.

 

Nach den Kriegswirren wurde der Verein von folgenden Präsidenten geführt: Fritz Pütz, Alfred Schäfer, Willi Tebeck und Karl Görtz. Im Jahr 1953 übernahm Hans Küster das Präsidentenamt.

 

Über 30 Jahre stand Hans Küster dem Verein vor und man kann behaupten, dass er die Gesellschaft über die Grenzen der Stadt Düsseldorf hinaus bekannt gemacht hat. Aus den Vorstadtveranstaltungen in den Gaststätten wurden große Prunksitzungen mit der IG-Metall in der Phillips- und Rheinhalle und Sitzungen für die Taxi e.G. Düsseldorf in der Rheinterrasse.

 

Zum 3x11jährigen Jubiläum, im Jahre 1962, trat die Gesellschaft zum ersten Mal in neuen friderizianischen, blau-weißen Uniformen mit Dreispitz, Perücke und Stichdegen auf.

 

Die Verbindung zum Ortsteil Unterrath war eine Selbstverständlichkeit. Es entstand eine Partnerschaft mit den dort ansässigen Sportvereinen „Unterrather FC“, „Rheinwacht Unterrath“, „TUS Nord“, „DTV von 1847“ und „SGU 12/24“. Gemeinsam mit der Sportlerfamilie feierte man Karneval im Radschlägersaal.

 

 

Diese, bis heute bekannte und beliebte Sitzung, ist ein Höhepunkt im Düsseldorfer Karneval und wird mit Recht mittlerweile als „Kultveranstaltung“ bezeichnet.

 

Bekannt waren auch die Sitzungen zu Gunsten der Steyler Mission, deren Erlös der Catholic High-Scholl auf den Philippinen zu Gute kam.

 

Hans Küsters Engagement für seine Gesellschaft und den Düsseldorfer Karneval brachten ihn bald auch an die Spitze des Düsseldorfer und Deutschen Karneval. So war er viele Jahre erfolgreich als Vizepräsident im Karnevalsausschuss der Stadt Düsseldorf und in der gleichen Funktion im Bund Deutscher Karneval tätig.

 

Nach dem Tod von Hans Küster übernahm Arnold Korbmacher den Vorsitz und die Präsidentschaft. Arnold Korbmacher war, ebenso wie sein unvergessener Vorgänger, ein bekannter Büttenredner und darüber hinaus erfolgreicher Komponist und Liedertexter rheinischer Stimmungslieder.

 

Ab der Session 1986/87 übernahm dann Klaus Jonas das Präsidentenamt.

 

Nach vielen erfolgreichen Jahren in der „Elf vom Dörp“ verließ Klaus Jonas den Verein im Jahre 2000 und wurde später Präsident der Prinzengarde Blau-Weiss.

Ihm folgte in der Vereinsführung und Präsidentschaft der damalige Geschäftsführer Heinz Nunnendorf.

 

Unter seiner Führung erfolgte die Gründung des Artilleriecorps mit eigener Kanone, einer Clowngruppe und die Cooperationspartnerschaft mit einem Tanzcorps sowie einem Fanfarencorps.

Die Anzahl des uniformierten Corps konnte auf 26 erhöht werden und auch der Senat zählt heute über 50 Mitglieder.

Die letzten Jahre des Vereinsgeschehens haben bewiesen, dass sichergestellt ist, dass der Verein in der karnevalistischen Tradition der Unterrather Gründungsmitglieder weitergeführt wird.

Was wäre ein Verein ohne seine Mitglieder und wie wird eine Karnevals-Gesellschaft 88 Jahre alt? - Ein solch denkwürdiges Alter erreicht ein Verein nur durch die einzelnen Mitglieder, die sich unermüdlich Tag und Nacht für „ihren“ Verein eingesetzt haben, egal ob es sich um Aktive, Passive, Senatoren, Senatorinnen, Ehrensenatoren und Ehrensenatorinnen handelt. Dieser bunte Strauß von Vereinszugehörigkeit ist das Lebenselixier um den Pulsschlag des Gesellschaftslebens zu erhalten.

 

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